Erst gestern hatte ich auf meinem Blog einen offenen Brief von Ken Jebsen an die Bundeskanzlerin Angela Merkel veröffentlicht. Beinahe zeitgleich habe ich eine Email bekommen, die eine selbige von Ken Jebsen an Henryk M. Broder beinhaltet, die gehörigen Zündstoff hat:
“Sehr geehrter H&M Broder!
Nein, Nein, Nein und nochmal Nein.
So geht das nicht. Ich habe Ihnen explizit meine Hilfe im Bereich des digitalen Marketings angeboten. Und nun das. Ein weiterer Supergau von Ihrer Seite. Erst schreiben Sie an Intendantin Dagmar Reim vom RBB und beleidigen sie, da sie nicht bereit war, Arbeitsverträge, die der Verschwiegenheit obliegen, Ihnen offen zu legen und jetzt das. Sie dissen gleich die gesamte Polizei. Nur weil Ihnen Peter X einen freundschaftlichen Rat gegeben hatte. Nämlich sich in Ihrer Wortwahl ein wenig zurück zu nehmen, da meine Person sonst die Möglichkeit hätte, Sie, den Haus- & Hofhetzer der Springer-Stiefel-Presse wegen Verleumdung zu verklagen.
Ich darf offen sprechen. Sie können da ganz sicher sein, dass es dazu nicht kommen wird.
Auch bei Ihrem aktuellen Lieblings-Antisemiten, Jakob Augstein, warten Sie bisher auf so eine Anzeige vergeblich. Warum eigentlich? Nun weil es nicht fair wäre. Nicht fair gegen Sie. Sehen Sie es mal von unserer Warte aus. Gegen Sie anzutreten wäre in etwa so ruhmreich für die eigene Kariere, wie wenn Vitali Klitschko heute gegen den 60-jährigen Muhammad Ali boxen würde.
Jetzt sind Sie weder Klitschko noch Ali, sondern – um im Genre zu bleiben – ein schon optisch ziemlich schmuddelig wirkender Straßenschläger. Allein die Vorstellung, mit Ihnen in einem geschlossenen Raum sitzen zu müssen, erzeugt bei den meisten Menschen eine Form von Juckreiz. Sie, Herr H&M Broder, können das, was Sie da tun, ja gar nicht wirklich. Wer das sagt? Na sie selber. Zuletzt bei ihrer Laudatio für Friede S.:
„.. vor Ihnen steht ein Laudator, der seiner Aufgabe nicht gewachsen ist. Ich wusste immer, dass es eines Tages passieren würde. Seit ich schreibe, und das sind inzwischen mehr als 40 Jahre, habe ich nur geblufft. Ich habe so getan, als verstünde ich etwas von Dingen, über die ich schreibe. Als hätte ich eine Ahnung von Politik, Geschichte, Kultur, vom Wellen- und Korpuskelmodell des Lichts, vom tendenziellen Fall der Profitrate, von der Konvergenztheorie und dem Zusammenhang von Sein und Bewusstsein ..“
Herr Broder, ich kann Ihnen bei diesen Sätzen nicht widersprechen. Dennoch, Ihre – übersetzt gesprochen – Beinarbeit ist katastrophal. Zudem haben Sie reichlich Übergewicht und wenn man Sie auffordern würde, mal NICHT unter die Gürtellinie zu schlagen, müsste man Ihnen zuvor erklären, was das überhaupt ist. Die Gürtellinie. Im ganzen Satz. Sie würden in keinem Ring der Welt außer bei Welt.de auch nur zu einem Freundschaftskampf zugelassen.
Jetzt allerdings denke ich können wir Ihr Spiel ein wenig aufpeppen, indem wir etwas tun, das Sie nicht gewohnt sind. Wir machen aus einer von Ihnen kontrollieren Demontage einen für alle offenen Schlagabtausch.
Wen konkret greifen Sie eigentlich an? Mich? Augstein? Kauder? Reim? Natürlich nicht. Sie benutzen uns nur, um Ihrem eigentlichen Hobby nachzukommen. Sie sind ein bis aufs Mark durchdrungener Rassist und teilen die Menschheit in Herrenrasse und Untermensch ein. Untermenschen sind bei Ihnen pauschal Ausländer im Allgemeinen und Araber, Türken, Iraner, Albaner, Palästinenser, Kurden, Sinti, Roma, Zentralafrikaner etc im Speziellen. Sie hassen einfach alle Menschen, die nicht wie Sie sind. Ein weißer alter Mann, der zwischen Virginia und Köln pendelt und sich nach einer Zeit sehnt, da er noch für die St.Pauli Nachrichten nackte Frauen während der Arbeitszeit konsumieren durfte. Das Leben wird teuer. Vor allem im Alter.
Ich möchte Sie an dieser Stelle darauf hinweisen, dass allein in dieser Stadt, Berlin, über 25% der Bewohner über das verfügen, was man neudeutsch Migrationshintergrund nennt. All diese Menschen werden durch Ihren Medienmüll permanent beleidigt und in den Dreck gezogen. Da bisher keiner den Mumm hatte, Ihrem rassistischen Treiben, Ihren Hetzartikeln gegen ganze Bevölkerungsschichten Einhalt zu gebieten, möchte ich das hiermit tun. Das ist mein Dankeschön an ein Land, das mir, ebenfalls mit Migrationshintergrund ausgestattet, schon sehr früh beigebracht hat, zu was fehlende Zivilcourage führt, wenn man Schergen wie Sie einfach gewähren lässt.
Ich fordere hiermit alle Menschen, vor allem MIT, aber auch OHNE Migrationshintergrund auf, Sie und die, die Sie unterstützen, massiv und ab sofort zu boykottieren. Das wären z.B. ihre Nocharbeitgeber, die Zeitung Die Welt, aber eben auch die BILD.
NICHT MEHR KAUFEN!
Und wenn man Kiosk-Besitzer ist: NICHT MEHR VERKAUFEN!
Auch als Inhaber eines Cafes oder eines Imbiss´, einer Bäckerei oder eines Friseursalons, oder einer Tankstelle, kurz, Orte die man als Hotspots bezeichnet, sollte man diese beiden Blätter ab sofort aus dem Angebot nehmen. Wie lange? Bis man Sie, Herr Broder, auf die Strasse gesetzt hat, denn dort gehören Sie hin. Das, was Sie unter dem Deckmantel der Pressefreiheit auch in öffentlich-rechtlichen Sendern treiben, ist nichts anderes als das, was in den dreißiger Jahren in Deutschland schwer in Mode war. Sie sind ein Brandstifter, Schreibtischtäter und Menschenfeind.
Ich fordere hiermit alle Menschen auf, diese Sender zu boykottieren UND anzuschreiben.
Wieso müssen ausgerechnet die Menschen, die Sie, Herr Broder, privat vielleicht unter den Sammelbegriff Kamelficker abbuchen, wieso müssen diese Menschen auch noch mit der Zwangsabgabe GEZ-Gebühr dafür sorgen, dass man Ihnen einen Sendeplatz einräumt?
Ich fordere hiermit alle auf, Radio Eins http://www.radioeins.de/kontakt/index.html und dem HR http://www.hr-online.de/website/derhr/home/index.jsp?rubrik=1846 zu schreiben, damit dieser Irrsinn endlich ein Ende findet. Das was sie tun, Herr Broder, ist nicht lustig. Es ist listig und es zielt darauf, den sozialen Frieden in diesem Land zu stören.
Wenn dieser offene Brief gegen einen Rassisten, wie sie es sind, seinen vollen Punch entfaltet, wenn allen, die diesen Brief lesen, klar wird, dass es bei Ihnen primär darum geht, Moslems in den Staub zu treten und den Koran zu besudeln, dann denke ich, könnte es für Sie schwer werden, einfach so zur Tagesordnung überzugehen, sprich einfach weiter zu hetzen.
Sehr geehrter Herr H&M Breivik, sie sind dabei, eine rote Linie zu übertreten. Dieses Spiel könnte ungewohnt für Sie sein, das es leicht komplett aus dem Ruder läuft. Als ihr unentgeltlicher Berater in Fragen des digitalen Marketings rate ich Ihnen, denken Sie darüber nach, ob Sie die Erfindung des Internets und das, was man soziale Netzwerke nennt, nicht völlig falsch einschätzen. Soziale Netzwerke reagieren mitunter wie ein Hurrikan, wenn asoziale Typen wie Sie versuchen um jeden Preis Stress zu machen.
Wie dieses Experiment ausgeht? Lassen wir es darauf ankommen. Die Zeit ist reif, dass Leuten wie ihnen die Möglichkeit entzogen wird, ihren ganz persönlichen Hass zu verbreiten, ohne dass die, die es betrifft, sich dagegen wehren können.
Mit wem legen Sie sich an? Mit der Community. Wir sind viele. Sehr viele und wir haben Typen Sie satt.”
Nicht nur der gewohnte Sprachschatz von Jebsen erschreckt hier ein weiteres Mal, sondern auch die unverhohlene Drohung in seinem Schlusssatz.